„Classic meets Fire“ – Blaulicht, Trabis und viele Geschichten

Unter dem Motto „Classic meets fire“ haben sich gestern Freunde von Oldtimern der Feuerwehr, des Technischen Hilfswerks, des Roten Kreuzes, des Zivilschutzes, aber auch ziviler Fahrzeuge in Waldkraiburg getroffen. Nicht nur das Anschauen lohnte sich, sondern auch ein Ratsch mit Besitzern oder Begleitern der Fahrzeuge.

Alles, was ein Blaulicht hat, und die Bezeichnung Oldtimer trägt, war auf dem Parkplatz vor dem Feuerwehrmuseum Waldkraiburg geparkt. Bis kurz nach Mittag waren nach Auskunft von Alexander Süße, Vorsitzender des Museumsvereins, der das Treffen organisiert hatte, rund 35 Fahrzeuge da. Dazu fuhren weitere rund 40 Autos, zivile Fahrzeuge auf – vom VW Käfer über den Buick bis hin zu Trabis.

Unter den Besonderheiten war der Trabant von Marcel in der Au aus Bad Abbach (Landkreis Kehlheim) ein spezieller Hingucker. Denn sein 1990 gebautes Auto passte auch noch perfekt zum Tag der Deutschen Einheit, an dem das Oldtimertreffen stattfand. Auf der Motorhaube des Wagens ist nämlich ein Bild von Erich Honecker, dem ehemaligen Staats- und Parteichef der DDR – allerdings in einer Lederjacke, wie sie Udo Lindenberg trägt. Der Musiker, der sich acht Jahre lang bemühte, ehe er ein Konzert in der damaligen DDR geben durfte, und in Songs die deutsch-deutsche Teilung thematisierte, hat auf der Motorhaube des Trabis auch unterschrieben. Marcel in der Au war nicht der einzige Oldtimer-Besitzer, der inte ressante Geschichten zu erzählen hat.

Sie kennen jede Schraube

„Jeder freut sich, wenn er ein bisschen erzählen kann“, sagte Alexander Süße. Manche sind nicht die Besitzer, kennen aber trotzdem jede Schraube des Fahrzeuges, das sie nach Waldkraiburg brachten. Ludwig Gschwendtner aus der Gemeinde Teisendorf (Landkreis Berchtesgadener Land) etwa repariert, pflegt und wartet seit Jahrzehnten ein ehemaliges Löschfahrzeug, das er als aktiver Feuerwehrler bei der Feuerwehr Roßdorf genutzt hat. Der Borgward B2000 A/O ist Baujahr 1957 und war bis 1993 im Einsatz. Ludwig Gschwendtner ist die Begeisterung anzumerken, als er erzählt, dass die Glühbirnen der Scheinwerfer schon mindestens seit 1980 halten.

Für ihn war es etwas Besonderes, Fahrzeuge des Bundesgrenzschutzes, quasi der Vorgänger der Bundespolizei, zu sehen. Der VW und der Mercedes stehen normalerweise im Technischen Museum Bundesgrenzschutz in Rosenheim. Der Mercedes sei ein Halbgruppenfahrzeug gewesen, mit dem Beamte schnell zu Einsätzen wie etwa Demos fahren konnten. Geländegängig sei das Fahrzeug auch gewesen. Ein kleines Abenteuer hat es am Mittwoch wieder erlebt. Es fuhr nämlich in einem Oldtimer-Konvoi mit Fahrzeugen des Roten Kreuzes Holzkirchen und einem Oldtimer des Zivilschutzes nach Waldkraiburg. „Da haben die Leute geschaut“, so Heinzl.


MdL Robert Brannekämper (CSU) überreicht zusammen mit dem 1. Vorsitzenden Alexander Süsse den Preis für die weiteste Anfahrt an Markus Maichle. Mit seinem Vorausrüstwagen auf einem G-Modell Baujahr 1981 der Feuerwehr Geislingen an der Steige kam er den weiten Weg aus dem über 230 km entfernten Nachbarbundesland.